In Entwicklung · Fassung 0.7.0
Wie weit ist die Tonne? Die Peilscheibe misst es.
Abstand, Höhe und Länge – live im Kamerabild, an der Kimm gemessen. Zur Tonne, zur Insel, zur Bucht, zum Strand. Offline zuerst, auch nachts.
Hilfe, keine Navigation – die Seekarte gilt.
Worum es geht
Was die Peilscheibe macht
Man hält das Handy aufs Wasser. Die App findet die Kimm – die Linie, an der Himmel und Meer sich treffen – und rechnet aus dem Winkel zwischen Kimm und Ziel den Abstand. Kein Foto, kein Abwarten: Die Zahl steht live im Bild, mit ihrer Genauigkeit und einer Ampel daneben.
Das Ziel muss keine Tonne sein. Genauso misst sie, wie weit die Insel am Horizont liegt, wie weit es bis in die Bucht ist oder bis zum Strand, an dem man ankern will. Alles, was man ins Fadenkreuz nehmen kann und was auf dem Wasser steht, lässt sich messen.
Messen
So misst sie – vier Wege
- 01
Über die Kimm (der häufigste Weg)
Fadenkreuz auf die Wasserlinie des Ziels – Tonne, Boot, Ufer. Aus der Augenhöhe und dem kleinen Winkel unter der Kimm wird der Abstand.
- 02
Bekannte Höhe
Fadenkreuz auf die Spitze eines Leuchtturms oder einer Bake, deren Höhe man kennt. Die Höhe kann die App aus den Seezeichen-Daten übernehmen und mit der Gezeit verrechnen.
- 03
Bekannte Größe
Mit dem Finger eine Messklammer über die Breite eines Schiffs ziehen, dessen Länge man kennt.
- 04
Koordinaten
Abstand von der eigenen GPS-Position zu einem Punkt mit bekannter Lage – etwa einem Seezeichen aus der Karte. Damit prüft man die anderen Wege gegen.
Zu jedem Wert zeigt die App ± so viele Meter und Prozent und sagt, was den Fehler gerade am meisten treibt – meist die Augenhöhe. Die Ampel fasst das zusammen: grün, gelb, rot. Die Einheit wechselt per Fingertipp zwischen Seemeilen, Metern und Kilometern.
Die Lupe
Die Lupe – das Tele läuft mit
Die Peilscheibe führt die Kamera selbst: Hauptkamera und Telekamera laufen gleichzeitig. Die Hauptkamera liefert Sucher und Messung, die Telekamera füllt live den runden Lupenkreis über dem Fadenkreuz – echte Optik mit 2,8- oder 4,9-facher Vergrößerung, nicht digital aufgeblasen. Man sieht, ob die Tonne gelb-schwarz ist und welches Toppzeichen sie trägt. Die Lupe öffnet sich von selbst, sobald ein Boot oder ein Seezeichen am Fadenkreuz liegt, oder bleibt auf Wunsch stehen.
Und sie misst mit. Ist die Lupe ausgerichtet, misst die App die Kimm direkt im Telebild – Ziel und Kimm liegen dann im selben, feineren Bild. Beim 4,9-fach-Tele ist ein Bildpunkt rund viermal feiner als im Sucher; die Winkel-Unsicherheit sinkt damit von ± 0,022° auf ± 0,006°. Die App sagt es dazu: „misst mit Tele 4,9ד, samt ± in Metern und Prozent. Verliert das Tele die Kimm, misst wieder die Hauptkamera – ohne Zutun.
Ehrlich dazu: Der größte Fehler bleibt meist die Augenhöhe. Das Tele macht das Zielen feiner, nicht die Augenhöhe.
Ausrichten dauert Sekunden: lang drücken, einen fernen Punkt antippen. Ohne das richtet sich die Lupe nach den Kameradaten des Herstellers aus – im Bild steht dann das Schild „Werk“.




Im Bild
Seezeichen und Schiffe im Bild
- Seezeichen aus OpenSeaMap erscheinen im Kamerabild genau an ihrer Peilung – als Marke über der Tonne. Antippen zeigt Art nach IALA, Toppzeichen, Feuerkennung, Bedeutung („sicheres Wasser nördlich“) und Abstand.
- Kreuzpeilung: Zwei Seezeichen nacheinander anpeilen – die App rechnet daraus den eigenen Standort und vergleicht ihn mit dem GPS.
- Feuer: Hält man das Fadenkreuz nachts auf ein Leuchtfeuer, zählt die App die Blitze und vergleicht die Kennung mit den Feuern in der Umgebung.
- Boote erkennt sie im Bild und zeigt einen Rahmen mit Abstand und ungefährer Länge.
- AIS ist vorbereitet: Schiffe aus einem AIS-Empfänger an Bord erscheinen im Bild, mit Warnung bei Kollisionskurs. Im Moment nur mit Übungsdaten – das Gerät an Bord fehlt noch.
Nacht
Für die Nacht: Rotlicht
Ein Knopf schaltet die ganze App auf Rotlicht: nur Rottöne auf Schwarz, kein Blau, kein Grün, gedimmt – die Augen bleiben an die Dunkelheit gewöhnt. Die Ampel bleibt lesbar, weil sie dann über ihre Form spricht (voll, halb, leer) statt über die Farbe.


Oberflächen
Fünf Oberflächen, drei Sprachen
Jeder bedient anders, also stehen fünf Oberflächen zur Wahl – jede hochkant und quer, jede mit Rotlicht:
- Klassisch – ruhig und aufgeräumt.
- Vollbild-HUD – das Kamerabild füllt alles, die Knöpfe liegen als Glas an den Rändern und blenden sich aus, wenn man sie nicht braucht.
- Peilring – die Peilscheibe aus dem Logo wird zum Bedienteil: Kompassrose, Methodenring und ein großer Messing-Messknopf.
- Glas-Deck – Bild oben, darunter große Kacheln.
- Konsole – für pralle Sonne, Gischt und Handschuhe: große, eckige Knöpfe, schwarz auf hell.
Deutsch, Englisch, Französisch. Die App folgt der Sprache des Handys und lässt sich umschalten, sofort und ohne Neustart. Die Fachbegriffe sind die amtlichen: IALA auf Englisch, SHOM-Sprachgebrauch auf Französisch („bouée cardinale Nord“, „ligne d’horizon“). Beim ersten Start fragt die App einmal nach Sprache und Oberfläche.





In der App
Anleitung und Kamera-Test – in der App
Die Bedienungsanleitung steckt in der App, offline und dreisprachig, 21 Kapitel. Jede Messmethode mit Skizze, nachgerechnetem Beispiel und dem, was den Fehler treibt; dazu Kapitel zur Lupe, zum Kamera-Test und zur Kamera-Führung. Man braucht kein Netz, um nachzulesen, warum eine Zahl so aussieht, wie sie aussieht.
Der Kamera-Test ist eine eigene Seite in der App. Sie zeigt alle Kameras, die die App im Gerät sieht – Brennweite, Bildwinkel, Vergrößerung – und prüft mit kurzen echten Versuchen, welche zusammen laufen. Das Ergebnis lässt sich kopieren oder teilen. So weiß man auf jedem Gerät, was geht, statt es zu vermuten.





Technik
Technik: was offline läuft, was Netz braucht
Ohne Netz, auf dem Wasser
Auf See gibt es oft kein Netz. Darum braucht die Peilscheibe keines zum Messen. Alles, was zählt, rechnet das Handy selbst:
- Kimm-Erkennung im Kamerabild und die Winkelrechnung daraus,
- die Fehlerrechnung mit ± Metern, Prozent und Ampel,
- beide Kameras gleichzeitig samt Lupe und Telemessung,
- Seezeichen im Bild, Kreuzpeilung, Feuerkennung,
- Boot-Erkennung im Bild,
- die vollständige Anleitung mit allen Skizzen,
- Logbuch, Messungen und Standbilder.
Kein Konto, keine Anmeldung für alles, was nur auf dem Handy läuft. Die Messungen bleiben auf dem Gerät.
Mit Netz, vor dem Törn
Das Netz ergänzt, es ist nie Voraussetzung. Im WLAN lädt die App vorher für das Revier, was sie an Land besorgen muss:
- Seezeichen aus OpenSeaMap,
- Gezeiten-Angaben für die Höhenrechnung.
Danach zeigt sie eine Prüfliste „bereit für offline“. Wer sie durchhat, kann das Handy in den Flugmodus legen.
So entsteht die App
Zu jeder Messung gehört eine Probe. Am PC läuft eine Werkbank, die Bilder und geteilte Messungen mit demselben Code nachrechnet wie die App. Jede gefundene Abweichung wird dort ein fester Prüffall — und vor jedem neuen Bau müssen alle Prüffälle stimmen. Deshalb steht in der App ein ± und keine glatte Zahl.
Logbuch
Logbuch und Teilen
Jede Messung lässt sich mit einem Tipp ins Logbuch schreiben – mit Zeit, Position, Methode, Wert und Genauigkeit – und als CSV oder GPX teilen. Für die Prüfung am PC kann man eine Messung samt Standbild weitergeben.
Kleinigkeiten, die auf See zählen: Der Bildschirm bleibt an, solange die App vorne ist. Die Augenhöhe gibt man direkt im Sucher ein, und die App mahnt, solange noch der Standardwert gilt.
Ehrlich
Was sie nicht kann
- Sie ist keine Navigation und ersetzt weder Seekarte noch Radar noch Ausguck. Hilfe, keine Navigation – die Seekarte gilt.
- Die Genauigkeit hängt an der Augenhöhe, an Dunst und Seegang. Die App sagt deshalb immer dazu, wie sicher der Wert ist – und blendet Hilfen aus, wenn sie zu ungenau wären.
- Im Moment läuft sie nur auf dem Samsung Galaxy S26 Ultra. Andere Android-Geräte und das iPhone sind vorgesehen, aber noch nicht gebaut.
- AIS ist vorbereitet, aber noch nicht mit einem echten Gerät an Bord erprobt.
- Sie ist nicht im Play Store und noch nicht zu haben.
Zielgruppe
Für wen
Skipper und Crews auf Yachten, Charter und in der Ausbildung – wer schnell wissen will: „Wie weit ist das?“ Und Binnenreviere wie der Bodensee, wo es keine Gezeiten gibt; die App erkennt das selbst.
Interesse?
Interesse?
Die Peilscheibe ist in Entwicklung. Es gibt noch keinen Preis und keinen Erscheinungstermin, und man kann sie noch nicht kaufen.
Wer sie im Auge behalten will, schreibt mir. Ich melde mich, wenn es etwas zu melden gibt.
Fragen
Fragen
Braucht die App Internet?
Zum Messen nicht. Mit Netz lädt sie vorher die Revierdaten – Seezeichen und Gezeiten – und zeigt dann „bereit für offline“.
Wie genau ist das?
Das hängt vor allem an der richtig eingetragenen Augenhöhe. Die App zeigt zu jedem Wert ± Meter und Prozent und dazu eine Ampel.
Was bringt die Telekamera beim Messen?
Ein viel feineres Bild: Das Fadenkreuz in der Lupe trifft das Ziel genauer, und die Kimm wird im Telebild gemessen. Die App zeigt an, wann sie mit dem Tele misst.
Was ist die Kimm?
Die sichtbare Linie zwischen Himmel und Meer. Weil die Erde gekrümmt ist, liegt sie etwas unter der Waagerechten – daraus rechnet die App.
Funktioniert sie nachts?
Ja, mit Rotlicht. Leuchtfeuer erkennt sie an ihrer Kennung.
Welche Sprachen?
Deutsch, Englisch, Französisch. Sie folgt dem Handy und lässt sich umstellen.
Kann ich das Aussehen ändern?
Ja, fünf Oberflächen stehen zur Wahl, jede hochkant und quer, jede mit Rotlicht.
Gibt es sie für das iPhone?
Geplant, aber noch nicht gebaut.
Was kostet sie?
Steht noch nicht fest. Melde dein Interesse, dann sage ich es dir, sobald es feststeht.
Seezeichendaten: © OpenStreetMap-Mitwirkende, OpenSeaMap (ODbL).
Die Bilder auf dieser Seite sind Bildschirmfotos der App aus der Web-Vorschau – gleicher Code, gezeichnetes Seebild statt Kamerabild. Unten im Bild steht „Web-Vorschau · gemalte See“. Keine Handyfotos.
Schriften: SIL Open Font License, wie auf der ganzen Website.