Bordkasse abrechnen, ohne dass es Streit gibt
Was hineingehört, welche Modelle sich bewährt haben und wie im Buchungssystem über Cashinator abgerechnet wird — exakt je Person.
Die Bordkasse ist der häufigste Grund für schlechte Stimmung an Bord — nicht weil jemand knausert, sondern weil am letzten Abend niemand mehr weiß, wer was bezahlt hat. Dieser Text erklärt, was üblicherweise in die Bordkasse gehört, welche Abrechnungsmodelle es gibt und wie man fair teilt, ohne die halbe Rückreise mit Kopfrechnen zu verbringen.
Was die Bordkasse ist
Die Bordkasse ist der gemeinsame Topf für alle Kosten, die während des Törns für das Schiff und die Crew anfallen. Sie ist getrennt vom Charterpreis: Was die Yacht kostet, ist vorher bezahlt. Was an Bord verbraucht wird, kommt aus der Kasse.
Üblicherweise gehören hinein:
- Treibstoff und, wo nötig, Gas und Wasser
- Hafen- und Bojengebühren, Marina-Liegeplätze, Kurtaxen
- Verpflegung an Bord — Einkauf für Frühstück, Bordküche, Getränke
- Endreinigung, falls sie nicht im Charterpreis enthalten ist
- Kleinkram: Eis, Müllgebühren, Duschmarken, gelegentlich ein Ersatzteil
Nicht hinein gehören in der Regel: der Charterpreis selbst, die Anreise, persönliche Ausgaben an Land, Souvenirs — und, je nach Absprache, gemeinsame Restaurantbesuche. Genau dieser letzte Punkt ist erfahrungsgemäß der strittigste, deshalb sollte er vor dem Ablegen geklärt sein, nicht danach.
Die drei üblichen Modelle
Einlage pro Person. Jeder zahlt zu Beginn einen festen Betrag in die Kasse, am Ende wird abgerechnet und der Rest zurückgezahlt oder nachgefordert. Das ist das verbreitetste Modell und das fairste, weil am Ende die tatsächlichen Kosten geteilt werden.
Pauschale. Ein fester Betrag pro Person und Tag, keine Abrechnung. Bequem für den Skipper, aber nur fair, wenn die Pauschale realistisch kalkuliert ist. Bleibt regelmäßig etwas übrig, ist es keine Bordkasse mehr, sondern ein Aufpreis — das sollte man dann auch so nennen.
Kassenwart mit Kladde. Einer führt Buch, alle zahlen ein, am Ende wird aufgeteilt. Funktioniert gut, solange der Kassenwart diszipliniert ist. Fällt in der Praxis oft dem Urlaub zum Opfer.
Warum es trotzdem Streit gibt
Drei Ursachen tauchen immer wieder auf:
Unterschiedlicher Verbrauch. Zwei Personen trinken keinen Alkohol, zwei andere trinken abends Wein. Solange das nicht angesprochen wird, zahlt die eine Hälfte für die andere mit. Das ist lösbar — aber nur, wenn man vorher darüber redet, statt am Ende schweigend zu rechnen.
Ungleiche Anwesenheit. Wer erst am dritten Tag zusteigt, hat die ersten beiden Tage nicht mitgegessen. Eine Aufteilung stur durch die Anzahl der Köpfe ist dann falsch. Richtig ist, jede Ausgabe genau den Personen zuzuordnen, die sie betrifft — dann zahlt niemand für Tage mit, an denen er gar nicht an Bord war.
Bargeld, das sich in Luft auflöst. Ein Umschlag mit Scheinen, aus dem sechs Leute Hafengeld zahlen, ist nach fünf Tagen nicht mehr rekonstruierbar. Und mit jedem Jahr wird es schwieriger, überhaupt genug Bargeld dabeizuhaben — viele Marinas und Tankstellen nehmen inzwischen Karte, dafür manche Bojenfelder weiterhin nur Bares.
Die eine Regel, die den meisten Ärger verhindert: Jede Ausgabe wird in dem Moment erfasst, in dem sie entsteht — nicht abends aus dem Gedächtnis, nicht am Ende der Woche aus einem Stapel Kassenzettel.
Abrechnen über Cashinator: exakt je Person
Im Buchungssystem von Capt Roman legst du die Bordkasse mit einem Klick an. Reisename, Zeitraum und die Crew gehen direkt an Cashinator — abgerechnet wird dort, und zwar exakt je Person. Cashinator berechnet, wer wem etwas schuldet; die Zahlung organisiert ihr selbst – weder im Buchungssystem noch bei Cashinator fließt echtes Geld.
Exakt je Person heißt: nicht der Topf wird am Ende durch die Köpfe geteilt, sondern jede einzelne Ausgabe trägt ihre eigenen Beteiligten. Der Diesel betrifft alle. Das Abendessen in der Hafenkneipe betrifft die vier, die mitgegangen sind. Die Liegegebühr betrifft die Nächte, in denen jemand tatsächlich an Bord war. Am Ende steht keine Durchschnittszahl, sondern für jeden Einzelnen auf den Cent der Betrag, den er schuldet oder zurückbekommt.
Zwei schulden noch, zwei bekommen zurück, und die Summe geht auf. Niemand muss nachrechnen, denn hinter jedem Betrag stehen genau die Ausgaben, an denen diese Person beteiligt war. Der Kassensturz schlägt dann die kürzeste Folge von Überweisungen vor, mit der alle wieder bei null sind.
Von Hand ist das kaum zu schaffen, sobald einzelne Ausgaben nur einen Teil der Crew betreffen. Genau deshalb übernimmt es ein System, das jede Ausgabe mit Datum und beteiligten Personen speichert und am Ende automatisch auflöst.
Wie es digital läuft
Der praktische Ablauf sieht so aus: Wer etwas bezahlt, erfasst es sofort am Handy — Betrag, wofür, wer war beteiligt. Der Beleg wird abfotografiert und hängt an der Buchung. Alle sehen jederzeit den Stand der Kasse, niemand muss nachfragen. Am letzten Abend gibt es keine Rechenrunde mehr, sondern eine fertige Aufstellung: Wer hat wie viel eingezahlt, wer bekommt wie viel zurück.
Der Nebeneffekt ist der wichtigere: Weil alle mitlesen können, gibt es keine Gerüchte über die Kasse. Transparenz löst die meisten Bordkassen-Konflikte, bevor sie entstehen.
Im Buchungssystem von Capt Roman legst du die Bordkasse mit einem Klick an — Reise und Crew gehen direkt an Cashinator. Abgerechnet wird dort, in der Cashinator-App, nach Personen.
Was man vor dem Ablegen klären sollte
- Wird nach Einlage oder Pauschale abgerechnet?
- Sind Restaurantbesuche Bordkasse oder Privatsache?
- Wie wird mit Alkohol umgegangen — gemeinsam oder getrennt?
- Wer führt die Kasse, und wo werden Ausgaben erfasst?
- Wie viel Bargeld muss jeder dabeihaben, weil nicht überall Karte geht?
- Was passiert mit dem Rest — auszahlen oder gemeinsam vertrinken?
Fünf Minuten Absprache beim ersten gemeinsamen Abend ersparen die unangenehme Diskussion am letzten.